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Das war Walzerzauber 12/2025
Download: Programmflyer Februar 2026 (PDF) | Programmflyer November-Dezember 2025 (PDF) | Links zu: CinéMayence bei facebook | Instagram
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Liebe Filmfreund/Innen,
Wie immer zeigen wir interessante Spiel- und Dokumentarfilme, die noch nicht in Mainz zu sehen waren und aussergewöhnliche ältere Filme.
Als besonderes Highlight zeigen wir mit DIE FASTNACHTSBEICHTE eine Verfilmung von Carl Zuckmayers Geschichte über Sein und Schein in der bürgerlichen Gesellschaft, die in Mainz und im Rheingau mit damaligen Stars und vielen Mainzern als Statisten gedreht wurde. Regie führte William Dieterle – ein gebürtiger Ludwigshafener, der in den USA Karriere machte.
Bereits im Januar gibt es eine Vortragsveranstaltung mit Film zu einem Seminar der Medienkulturwissenschaft an der Uni Mainz.
Mit besten Empfehlungen
Ihr CinéMayence-Team
Reservierung online: https://cinemayence.online/reservierung-online/
(reservierbar ab 30 Tage vor dem Termin)
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Das CinéMayence wird gefördert von der Stadt Mainz
Di, 13.1. 18:30 bis 21:00
Vortrag, Film und Gespräch
Ökologischer Fußabdruck digitaler Technologien
Eine Veranstaltung im Rahmen des Seminars "Klima. Die ökologische Krise aus medienkulturwissenschaftlicher Perspektive" in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Medienkulturwissenschaft des Instituts für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Eintritt frei - Reservierung empfohlen: https://cinemayence.online/reservierung-online/
Eintritt frei - Reservierung empfohlen: https://cinemayence.online/reservierung-online/
Digital ist alles besser? Vom unsichtbaren Ressourcenfraß digitaler Medien und seinen ethischen Folgen
Vortrag von Prof. Anne Baillot (Le Mans Université) und Prof. Matthias Grotkopp (Freie Universität Berlin)
Digitale Technologien verursachen 2–4 % der globalen Treibhausgase – so viel wie der zivile Luftverkehr. Doch diese Zahl täuscht: Sie verschleiert die extraktivistischen Bedingungen digitaler Infrastrukturen, die unseren Ressourcenverbrauch erhöhen, globale Ungerechtigkeiten verfestigen und demokratische Werte schwächen. Der Vortrag klärt auf, was die Problemlage ist, welche Lösungen bereitstehen, und welche Fallstricke es dabei gibt. In einem ersten Teil wird erklärt, was sich unter dem ökologischen Fußabdruck digitaler Technologien verbirgt und wie dieser beachtliche wirtschaftliche, ethische, soziale und politische Folgen hat (v.a. mit Blick auf KI und Bildung). Zweitens stehen mögliche Lösung im Fokus: bewährte Ansätze in der ressourcenschonenden Entwicklung und Umsetzung digitaler Medien. Hier sind gerade audiovisuelle Medien (65–80 % des weltweiten Datenverkehrs durch Streaming) ein Hebel für Reduktion.
Abschließend ist zu diskutieren, warum gut gemeinte Lösungen wahrscheinlich Ungerechtigkeiten noch verschärfen und welche Rolle Film und Video in lokalen Widerstandskulturen gegen Ressourcenraub und Umweltrassismus spielen können.
Júba Wajiín – Resistencia en la Montaña de Guerrero
Dokumentarfilm von Nicolás Tapia und Laura Salas, Mexiko, 2018, 42min, OmengU
Der Dokumentarfilm erzählt den Widerstand von Júba Wajiín, einer indigenen Gemeinschaft in den Bergen von Guerrero, Mexiko, die seit jeher um ihr Land und ihre Identität kämpft. Im Jahr 2011 genehmigte die mexikanische Regierung ohne Zustimmung der Bewohner zwei ausländischen Bergbauunternehmen den Abbau in ihrer Heimat – ohne Rücksprache mit der indigenen Gemeinschaft und auf Kosten ihrer heiligen Stätten und Gesundheit. Aber Júba Wajiín beschloss aktiv zu werden. Der Film dokumentiert den sozialen und juristischen Kampf der Gemeinschaft und gilt als herausragendes Beispiel für "filmischen Widerstand".

Mi, 4. 2. 20:00
Filmklassiker aus der Region / Filme aus RLP / Fastnacht
Die Fastnachtsbeichte
Spielfilm von Wilhelm (William) Dieterle, BRD 1960, 101 Min., FSK: ab 16
Darsteller: Christian Wolff, Götz George (Bild), Hans Soehnker, Bertha Drews, Ernst Neger, Wolfgang Völz u.a.
Nach einer Erzählung von: Carl Zuckmayer
In Kooperation mit Stadthistorisches Museum Mainz
aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Am Fastnachtssamstag des Jahres 1913 kommt ein junger Mann in den Mainzer Dom, um zu beichten. Doch ehe er wirklich beginnen kann, sackt er im Beichtstuhl zusammen - ein Messer im Rücken. Darsteller: Christian Wolff, Götz George (Bild), Hans Soehnker, Bertha Drews, Ernst Neger, Wolfgang Völz u.a.
Nach einer Erzählung von: Carl Zuckmayer
In Kooperation mit Stadthistorisches Museum Mainz
aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Zur gleichen Zeit bereitet sich Adelbert Panezza voller Elan auf die "närrische Zeit" vor. Panezza ist zwar schon fünfzig, doch durch seinen Posten als Fastnachtsprinz spürt er, nicht zuletzt wegen der jungen, hübschen Prinzessin an seiner Seite, noch einmal einen Hauch von Jugend. Seine Kinder Jeanmarie und Bettine beobachten sein Treiben wohlwollend, aber spöttisch.
In diesem Trubel taucht unverhofft Viola Toralto, ein hübsches Mädchen aus dem italienischen Zweig der Familie, auf. Jeanmarie verliebt sich in sie, muß aber feststellen, daß sie ein Armband besitzt, daß ähnliche Insignien trägt wie die Tatwaffe in dem aufsehenerregenden Mordfall. Nur Panezza scheint ein wenig Licht in die mysteriöse Affäre bringen zu können, denn es stellt sich heraus, daß der Ermordete sein unehelicher Sohn war.
Dessen Bruder (Götz George) wird unterdessen tatverdächtig ... Aufgelöst wird der mysteriöse Fall schließlich durch eine (Fastnachts-=Beichte an Aschermittwoch.
Hintergrund

Die Verfilmung von Carl Zuckmayers Geschichte über Sein und Schein in der bürgerlichen Gesellschaft mit moralkritischen Tönen wurde im UFA-Atelier in Berlin – die Außenaufnahmen im Rheingau (in Eltville, Hallgarten und Oestrich-Winkel) und in Mainz am Fischtor sowie im und am Dom gedreht. Für den Film wurde der Rosenmontagszug, neben zusätzlichen dokumentarischen Aufnahmen unter Mitwirkung des Mainzer Carneval Vereins teilweise nachgestellt. Aktive Fastnachter wie Ernst Neger erhielten Gastauftritte. Neben damaligen und zukünftigen Filmstars wirkten viele Mainzer als Statisten mit.
»Die Fastnachtsbeichte von 1960 ist der letzte große Film von Wilhelm 'William' Dieterle, der aus dem amerikanischen Exil in die Bundesrepublik zurückgekehrt war. Er adaptierte eine Erzählung von Carl Zuckmayer, gerade 1959 erschienen. Beide Emigranten beschwören noch einmal ihre Heimat, aber in einem bitteren Ton. Zuckmayer ist 1896 in einem kleinen Ort bei Mainz geboren (Nackenheim, Red.), Dieterle 1893 im nahe gelegenen Ludwigshafen« (Wilhelm Roth, filmdienst).
Verleihseite: https://www.murnau-stiftung.de/movie/196
Seite des Films auf filmportal.de mit dem Filmanfang (Video): https://www.filmportal.de/video/die-fastnachtsbeichte-1960
Foto: Szenenbild, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Weitere Informationen: Artikel von Günter Minas (Vorsitzender des Förderkreis CinéMayence e.V.) Carl Zuckmayer: Die Fastnachtsbeichte – eine Erzählung und ihre Verfilmung
Dreharbeiten zum Film - SWR-Abendschau vom 31.03.1960
Seite des Films auf filmportal.de mit dem Filmanfang (Video): https://www.filmportal.de/video/die-fastnachtsbeichte-1960
Foto: Szenenbild, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Weitere Informationen: Artikel von Günter Minas (Vorsitzender des Förderkreis CinéMayence e.V.) Carl Zuckmayer: Die Fastnachtsbeichte – eine Erzählung und ihre Verfilmung
Dreharbeiten zum Film - SWR-Abendschau vom 31.03.1960

Do, 5. bis Mi, 11.2. 20:00
Tragikomische Familiensaga / Film français
Mit Liebe und Chansons
Spielfilm von Ken Scott, F 2025, OmU; 104 Min., FSK: 0
Songs: Sylvie Vartan
1963 wird ein jüdisches Emigrantenkind in Paris mit einer Fußmissbildung geboren, was seine Mutter aber nicht akzeptieren will. Mit unerschöpflicher Energie setzt sie alle Hebel in Bewegung, um ihn von seiner Einschränkung zu befreien und hört damit auch nicht auf, als der Junge längst erwachsen ist. Eine warmherzige Tragikomödie nach der Autobiografie des französischen Anwalts Roland Perez, die mühelos vom Komischen ins Melodramatische wechselt und ein Hohelied auf die Mutterliebe anstimmt.
Songs: Sylvie Vartan
Die episodisch entfaltete Familiensaga umfasst ein halbes Jahrhundert und wird vor allem von ihrer temperamentvollen Hauptdarstellerin als unwiderstehlicher Übermutter getragen.
Pressestimmen
»MIT LIEBE UND CHANSONS ist ein französischer Wohlfühlfilm par excellence.« (Münchner Merkur)
»Doch auch wenn die Tragik dieser Mutter-Sohn-Beziehung, die sich über einen Zeitraum von bald 50 Jahren erstreckt, immer deutlicher wird, bleibt dankenswerterweise der Humor erhalten, und zwar in seiner liebenswürdigsten Form.« (Programmkino.de)
Verleihseite: https://www.neuevisionen.de/de/filme/mit-liebe-und-chansons-163/festivals-presse#mt
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Ovu0KDDSKr0
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Ovu0KDDSKr0

Fr, 20.2. 20:00
Psychoanalytiker stellen Filme vor
Morgen ist auch noch ein Tag (C’è ancora domani)
Spielfilm von Paola Cortellesi, I 2023, DF, 119 Min., FSK: ab 12
Mainzer Psychoanalytisches Institut; Referentin: Dr. Ulrike Bastian
Eintritt: 7,50 € (ermäßigt 5,50 €)
Der in Deutschland eher unbekannte Film, in dem Paola Cortellesi Regie führt, die Hauptrolle spielt und das Drehbuch schrieb, ist in Italien einer der 10 meist gesehenen Filme aller Zeiten. Er schildert die Situation der weitgehend rechtlosen (Ehe-)frauen in der patriarchalen italienischen Gesellschaft im Jahr 1946, ist aber hochaktuell. Es geht um Macht und Gewalt in Partnerschaft und Familie und wie diese Strukturen von Generation zu Generation übertragen werden.
Mainzer Psychoanalytisches Institut; Referentin: Dr. Ulrike Bastian
Eintritt: 7,50 € (ermäßigt 5,50 €)
Wir sehen in der kleinsten gesellschaftlichen Einheit, der Familie, welche seelischen Mechanismen die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen aufrecht halten. Die Hauptfigur Delia fügt sich lange ihrem tyrannischen Ehemann, bis der fast erwachsenen Tochter ein ähnliches Schicksal droht wie ihr selbst... Der Film behandelt das ernste Thema zum Teil mit tänzerischer Leichtigkeit und führt zu einem überraschenden Ende.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=sixPA4zb8k0&t=7s
Filmseite des Verleihs: https://tobis.de/titel/morgen-ist-auch-noch-ein-tag
Filmseite des Verleihs: https://tobis.de/titel/morgen-ist-auch-noch-ein-tag

Sa, 21. bis Mi, 25. 2. 20:00
Das Geheimnis von Velázquez (L'Énigme Velázquez)
Dokumentarfilm von Stéphane Sorlat, F 2025, OmU, 91 Min.
Édouard Manet pries ihn als „Maler aller Maler“, Salvador Dalí nannte ihn den „Ruhm Spaniens“ und Pablo Picasso widmete seinem „großen Idol“ eine eigene Gemäldereihe – aber wer war Diego Velázquez (1599-1660) wirklich? Mit „Die Hoffräulein“ schuf der Hofmaler des spanischen Königs eines der einflussreichsten Gemälde aller Zeiten, malte Porträts der royalen Familie, des Papstes, aber auch des einfachen Volkes und hinterließ ein über 200 Gemälde umfassendes Lebenswerk. Trotz dieser Prominenz bleibt Vieles um Velázquez bis heute nebulös. Woher stammt seine unerreichte Beherrschung von Licht und Schatten, die seinen barocken Porträts subtile Töne und eine lebendige Atmosphäre gibt, und die erst ein Jahrhundert später im Impressionismus salonfähig wurde? Wie verlieh er seinen Porträts diesen beispiellosen Realismus?
DAS GEHEIMNIS VON VELÁZQUEZ spürt den Echos eines genialen Malers nach, die in unzähligen Werken weltberühmter Künstler widerhallen und bis heute Rätsel aufgeben. Eine einzigartige Kinoreise durch 400 Jahre lebendiger Kunstgeschichte.
Regisseur Stéphane Sorlat ist auch Drehbuchautor, Produzent und Verleiher von knapp 40 französischer Filme. Er arbeitete jahrzehntelang für die staatliche Organisation Unifrance und ist Mitglied der Europäischen Filmakademie. DAS GEHEIMNIS VON VELÁZQUEZ ist nach Filmen über Hieronymus Bosch und Francisco de Goyader Abschluss seiner "Prado-Trilogie".
Filmkritik:
»Es gelingt dem Film, ein Gleichgewicht zwischen Zugänglichkeit und Anspruch zu finden. Das ist keine geringe Leistung.« (arteschock)
»(...) eine Hommage an das Sehen, das Denken und das Staunen und damit nicht nur ein Film für Kunstfans, sondern für alle Menschen, die in der Kunst nicht nach Antworten suchen, sondern nach Begegnungen mit dem Unbekannten« (programmkino.de)
»(...) sehr detailliert und informativ, reicht er nicht über die dokumentarischen Konventionen von Künstlerporträts hinaus. Er macht große Lust auf eine Kunstreise zum Prado nach Madrid, um dem Geheimnis von Velázquez persönlich auf die Spur zu kommen.« (Filmdienst)
Verleihseite mit Pressematerial: https://www.neuevisionen.de/de/filme/das-geheimnis-von-velazquez-167/download#mt
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=TGkau-uIyys
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=TGkau-uIyys

Do, 26.2, bis Mi, 4.3. 20:00
Romantische Komödie / Spanien
Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos (Mi amiga Eva)
Spielfilm von Cesc Gay, ES/P 2025, OmU, 101 Min., FSK ab 0
Eva ist eine starke Frau, die weiß, was sie will, aber ihr Herz macht nach 25 Jahren Ehe nur noch Dienst nach Vorschrift. Das normale Leben hat ihr etwas genommen, das für sie lebenswichtig ist: das Spiel der Liebe. Bei einer Geschäftsreise nach Rom begegnet sie dem Schriftsteller Alex, in den sie sich spontan verliebt, obwohl er vergeben ist. Zurück in Barcelona gibt Eva ihr geordnetes Leben auf, steigt in die Welt der Dating-Algorithmen ein und versucht, sich im Dschungel der post-romantischen Möglichkeiten zurechtzufinden – nicht immer mit Erfolg. Zwischen poetischen Versprechungen, peinlichen Begegnungen und charmanten Katastrophen stolpert sie durch die moderne Liebeswelt – auf der Suche nach einem Gefühl, das sie längst verloren glaubte. Und gibt es nicht mittlerweile auch einfach eine Medizin für die große Liebe? Plötzlich taucht Alex wieder auf der Bildfläche auf und Eva muss sich die Frage aller Fragen stellen: gibt es sie vielleicht doch, die große Liebe?
EIN LEBEN OHNE LIEBE IST MÖGLICH, ABER SINNLOS ist eine kluge, leichtfüßige und berührende romantische Komödie über die Angst vor der Veränderung und das Glück und den Schmerz, den es bedeutet, sie zu wagen. Spanisches Herz-Kino mit großem Feingefühl, wie man es lange nicht gesehen hat.
Filmkritik:
»(...) eine leicht dahinperlende Charmeoffensive, herzerwärmend wie ein lauer Abend in einem spanischen Straßenrestaurant. Inklusive einer gewissen Tiefgründigkeit im Nachgang, aber garantiert ohne Kater am nächsten Morgen.« (Kino-Zeit)
Presseseite des Verleihs: https://www.neuevisionen.de/de/filme/ein-leben-ohne-liebe-ist-moeglich-aber-sinnlos-170/download#mt
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=PugDamsf5wE
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=PugDamsf5wE
Das war die Filmreihe Walzerzauber - Filme von Ludwig Berger
Ludwig Berger (1892 geboren in Mainz) war ein deutscher Film- und Theaterregisseur aus einer jüdischen Familie. Sein Theaterdebut gab er 1916 am Theater Mainz. Ab 1917 arbeitete Berger in Hamburg, Darmstadt und Berlin, wo er sich vor allem mit Shakespeare-Inszenierungen einen Namen machte. Daneben veröffentlichte er Märchenbücher, Gedichte und Dramen.
Sein Debüt als Filmregisseur gab Ludwig Berger 1920 mit der Calderon-Adaption "Der Richter von Zalamea". Für die von Erich Pommer geleitete Decla-Bioscop realisiert er bis 1923 drei weitere, hochrangig besetzte Filme nach eigenen Drehbüchern: "Der Roman der Christine von Herre" (1921), "Ein Glas Wasser" (1923). Der Erfolg von "Ein Walzertraum" (1925) brachte ihm eine Einladung in die USA. Nach mehrjährigem Engagement bei Paramount kehrte er zu Beginn der 1930er Jahre nach Deutschland zurück und machte sich mit Tonfilmoperetten einen Namen bis er, um zu überleben, nach Frankreich, England und Holland emigrierte. 1947 kehrte Ludwig Berger nach Deutschland zurück und lebte zurückgezogen in Schlangenbad. 1954 ging Berger zum Fernsehen, wo er zu den Pionieren des deutschen Fernsehspiels gehörte. Am 18. Mai 1969 starb Ludwig Berger in Schlangenbad.
1964 erhielt Berger das Filmband in Gold für sein langjähriges Wirken im deutschen Film.
Bio- und Filmografie: https://www.filmportal.de/person/ludwig-berger_424168cbc5aa4ee5a8606a9d1382df72
Anlässlich der Jubiläumsaufführung seines großen Stummfilmerfolgs EIN WALZERTRAUM (D 1925) im Staatstheater Mainz am 05./06.12.25 mit neuer sinfonischer Filmmusik von Diego Ramos Rodríguez (i.A. von ZDF/ARTE) bietet das CinéMayence die beiden anderen, selten zu sehenden, Walzerfilme des Regisseurs: WALZERKRIEG (1933) und LES TROIS VALSES (F 1938).
TROIS VALSES war seit mehr als 40 Jahren nicht mehr in Deutschland zu sehen und liegt nun frisch restauriert vor. Am Tag zuvor, 09.12.25, läuft DER WALZERKRIEG, ebenfalls in aktueller Restaurierung der Murnau-Stiftung.
Beide Filme werden im CinéMayence mit biographischen Einführungen angeboten.
Projekt Filmreihe Walzerzauber mit freundlicher Unterstützung
des Kulturdezernates der Landeshauptstadt Mainz
Di, 9.12. 20:00
Filmklassiker / Ludwig Berger - Filmreihe
Der Walzerkrieg
Regie: Ludwig Berger; D 1932/33, dt.OF, 90 Min.
Drehbuch: Hans Müller, Robert Liebmann; Kamera: Carl Hoffmann; Schnitt: Willy Zehn jun. Musik: Alois Melichar, Franz Grothe (Lieder)
Darsteller: Renate Müller (Kati Lanner), Willy Fritsch (Gustl), Paul Hörbiger (Josef Lanner), Adolf Wohlbrück (Johann Strauss), Rose Barsony (Tänzerin Ilonka), Theo Lingen (Sir Philips, Hofballmusikdirektor)
Der britische Hofballmusikdirektor Sir Philips ist auf dem Weg nach Wien. Er soll die "beste Walzerkapelle Wiens mit dem schlagfertigsten Walzerkomponisten und Dirigenten" an den Hof seiner Majestät nach London bringen. In Wien angekommen, erlebt Sir Philips einen historischen Moment der Musikgeschichte: nämlich wie Johann Strauss den traditionellen Walzer in Wien reformierte. Der junge Strauss (Adolf Wohlbrück) ist erster Geiger in Joseph Lanners Heurigen-Kapelle und entzweit sich mit seinem alten Chef. Zusammen mit dem charismatischen Pauker Gustl (Willy Fritsch), der prompt auch heimlicher Liebhaber von Lanners Tochter Kati ist, setzt er zum heiteren Kulturkampf um den ’richtigen Walzerstil’ und die Frage an, welches Orchester den besseren Sound pflegt …Drehbuch: Hans Müller, Robert Liebmann; Kamera: Carl Hoffmann; Schnitt: Willy Zehn jun. Musik: Alois Melichar, Franz Grothe (Lieder)
Darsteller: Renate Müller (Kati Lanner), Willy Fritsch (Gustl), Paul Hörbiger (Josef Lanner), Adolf Wohlbrück (Johann Strauss), Rose Barsony (Tänzerin Ilonka), Theo Lingen (Sir Philips, Hofballmusikdirektor)
„Mit dem WALZERKRIEG nimmt Berger das alte bewährte Thema des Wiener Films wieder auf: Musik, Walzerklänge, Tanz, süße Mädels und diesmal noch dazu der alte Radetzkymarsch. Dieser Walzerkrieg ist ein lustiger Krieg, der zwischen Joseph Lanner und dem jüngeren Johann Strauss entbrennt um die größere Volkstümlichkeit, um die Liebe der Wiener Seele, um das Walzerkönigtum. Er führt von den Tanzgärten Wiens bis zu den Thronstufen der jungen englischen Königin Viktoria. Ludwig Berger löst den Film ganz und gar in Melodie, ins Musikalische auf. Tanzweisen und Lieder schwingen durch alle Szenen: »An der Donau, wenn der Wein blüht...« Die schönste Szene im Film muß jeder Tonfilm-historiker niederschreiben: wie der wütende Lanner auf den Holzschranken des Gerichts mit den Fingern einen Takt trommelt, wie der Angeklagte, Johann Strauss, ans Klavier springt, ihn weiterführt, und alle zwei mitten im Gerichtssaale den Radetzkymarsch improvisierend komponieren. Diese und andere musikalischen Höhepunkte verdanken wir dem Musiker Alois Melichar, der hier sein Debüt auf dem Gebiete des Films feiert.“ Oskar Kalbus: Vom Werden deutscher Filmkunst. 2. Teil: Der Tonfilm. Berlin 1935, Seite 33
Mi, 10.12. 20:00
Filmklassiker / Ludwig Berger - Filmreihe
Les Trois Valses (Drei Walzer)
Spielfilm von Ludwig Berger, F 1938, OmU, 97 Min.
Regie: Ludwig Berger, Buch: Leopold Marchand, Hans Müller, Albert Willemetz; Kamera: Eugen Schüfftan
Musik: Johann Strauss (Vater und Sohn), Oscar Straus
Mit Yvonne Printemps Fanny Grandpré (1867) / Yvette Grandpré (1900) / Irène Grandpré (1937), Pierre Fresnay Octave de Chalencey (1867) / Philippe de Chalencey (1900) / Gérard de Chalencey (1937), Henri Guisol Brunner fils (1867, 1900 et 1937), Jean Périer (Le président de Chalencey).
Regie: Ludwig Berger, Buch: Leopold Marchand, Hans Müller, Albert Willemetz; Kamera: Eugen Schüfftan
Musik: Johann Strauss (Vater und Sohn), Oscar Straus
Mit Yvonne Printemps Fanny Grandpré (1867) / Yvette Grandpré (1900) / Irène Grandpré (1937), Pierre Fresnay Octave de Chalencey (1867) / Philippe de Chalencey (1900) / Gérard de Chalencey (1937), Henri Guisol Brunner fils (1867, 1900 et 1937), Jean Périer (Le président de Chalencey).
TROIS VALSES spielt eine Liebesgeschichte über drei Generationen durch und reflektiert dabei sehr subtil, wie sich die Geschlechterverhältnisse verändert haben: 1867 verzichtet Fanny auf den Geliebten, um dessen Militärkarriere nicht zu gefährden; 1900 scheitert die Liebe ihrer Tochter Yvette, weil diese ihre Bühnenlaufbahn als Sängerin nicht aufgeben will; 1939 findet die Enkelin Irène eine erfüllte Liebesbeziehung - prompt mit einem Mann jener Familie, aus der die Liebhaber von Mutter und Großmutter stammten.
Hochkarätig besetzter Musikfilm nach der Operette von Oscar Straus, die 1935 in Zürich in deutscher Sprache uraufgeführt wurde und die 1937 im Théâtre de Bouffes Parisiens in französischer Fassung Premiere hatte. Die legendäre Sopranistin Yvonne Printemps sang damals die Premiere und ist auch der Star im Film; souverän verkörpert sie drei Frauenfiguren über den Zeitraum von drei Generationen. Seine außergewöhnliche künstlerische Qualität erreicht der Film nicht zuletzt wegen der Kamera-Arbeit von Eugen Schüfftan, einem der stilbildenden Kameramänner seiner Zeit. »Zwischen Romantik und leiser Ironie angesiedelter Film, mit dem Ludwig Berger ("Walzerkrieg", 1933) nach der Emigration aus Deutschland seine Vorstellungen des Musikfilms weiterentwickelte« (Filmdienst).
Yvonne Printemps (1894 in Seine-et-Oise — 1977 in Neuilly) war eine der bekanntesten französischen Operetten-Sängerinnen. Sie stand schon als 15jährige in den Folies-Bergère auf der Bühne. Ihre besondere Stimme machte u.a. Sacha Guitry , mit dem sie später verheiratet war, auf sie aufmerksam, es entstanden für sie Musicals, Theaterstücke und sieben Revuen. Ihre Filmographie reicht von 1918 bis 1951 und umfasst 10 Filme, darunter LA DAME AUX CAMELIAS unter der Regie von Fernand Rivers und Abel Gance.
Unsere Magazin-Website:
Online Tipp || Filmgeschichte: Animationsfilmklassiker aus der Mainzer Partnerstadt Zagreb jetzt online
Das 1956 gegründete Zagreb Film Studio produzierte bis in die 70er Jahre bahnbrechende Animationsfilme, die sich als satirisch, parodistisch und politisch verstanden.
Das Studio hat mehr als 700 kurze Animationsfilme produziert, für das es annähernd 400 Auszeichnungen erhielt. Seine Blütezeit hatte das Studio in den 70er Jahre. Seitdem sind die Filme schwer zu finden und kaum zu sehen. Das ändert sich jetzt!
Weiter lesen:
cinemayence.online/zagreb-film-animationsfilmklassiker-aus-mainzer-partnerstadt-jetzt-online/
Online Tipp || Filmfriend-Bibliothek der Öffentlichen Bücherei Mainz
Die Anna Seghers Bücherei ist dem Video-on-Demand-Netzwerk filmfriend angeschlossen! Mit dem Bibliotheksausweis kann man kostenlos aus mehr als 3.500 Titeln z.T. preisgekrönte Filme und Serien auswählen – mit Suchfunktionen und sorgsam kuratierten Themen-Kollektionen.
Aktueller Bericht || Diskussion um Reform der deutschen Filmförderung
Seit Monaten wird eine Reform der deutschen Filmförderung diskutiert. Im Februar stellte Kulturstaatsministerin Clauda Roth ihre Schwerpunkte der Reform vor: ein Steueranreizmodell, Investitionsverpflichtungen und ein neues Filmfördergesetz (FFG). Diesen Monat hat das BKM einen Referentenentwurf für ein neues FFG zur Diskussion gestellt.Analyse || Mythos Programmkino
»Nach dem Kinoboom der 50er Jahre machte in den 60er Jahren insbesondere die Verbreitung des Fernsehens mit Spielfilmangeboten den innerstädtischen Einzelhäusern das wirtschaftliche Überleben schwer. Die meisten Kinounternehmer reagierten mit baulichen Änderungen: sie setzten kleine Kinos, wie Schachteln, in ihre inzwischen überdimensionierten Häuser (...)
Als Reaktion auf den Wandel entstanden in den 70er Jahren aber auch alternative Kinos, die ein festes Monatsprogramm anboten und sich deshalb als Programmkino bezeichneten.(...)
Aber schon in der nächsten Kinokrise in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts – mediengeschichtlich zeitgleich mit der Einführung des Videorekorders und der TV-Fernbedienung – war der Betrieb von Programmkinos wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Der Kult um sie blieb aber bis heute ...«
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https://cinemayence.online/mythos-programmkino/
Online Beitrag || Filmwissen: umfangreiche Beiträge zum Experimental- und Avantgardefilm auf cinemayence.online veröffentlicht
Nach fast einem Jahr Arbeit hat das CinéMayence eine umfangreiche Beitragssammlung online gestellt, in der systematisch wichtige Strömungen und ästhetische Strategien des Avantgarde- und Experimentalfilms bis zur zeitgenössischen Video- und Medienkunst dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen Filme, die auf einer Metaebene selbstreflexiv sind, also auch Aussagen über ihr Medium treffen. Insofern das Medium reflektiert und analysiert wird, sind Experimental- und Avantgarde-Filme hervorragend geeignet Filmwissen und Medienkompetenz zu vermitteln.
Das Thema wird – einem eigenen Curriculum folgend – in drei übergeordneten Blöcken mit neun Kapiteln in Text, Bild und Video behandelt. Beispielhaft werden herausragende Filme und Medienarbeiten von filmgeschichtlich bedeutenden Pionieren bis zu renommierten zeitgenössischen KünstlerInnen auf mehr als 30 Internetseiten analysiert und interpretiert.
Unter anderem geht es um Experimentalfilm als Metafilm (Raum und Zeit im Surrealismus, Dada, Strukturellen Film), Found-Footage-Film als Metafilm (Kompilation, Collage, Aneignung) und Medienkunst als Selbstreflexion (von Nam June Paik bis Dara Birnbaum).
Das von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur geförderte Projekt dient der Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz. Die Verbreitung und Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz ist eine Kernaufgabe Kommunaler Kinos.
Verfasser der Beiträge ist der Leiter des CinéMayence, Reinhard W. Wolf.
URL Startseite:
https://cinemayence.online/filmwissen-beitraege-zum-avantgarde-und-experimentalfilm/