Liebe Filmfreund/Innen,

Wie immer zeigen wir interessante Spiel- und Dokumentarfilme, die noch nicht in Mainz zu sehen waren und aussergewöhnliche ältere Filme.

Als besonderes Highlight zeigen wir mit NO MERCY eine radikale Bestandsaufnahme des Filmschaffens von Frauen. Regisseurin Isa Willinger bringt einige der bedeutendsten Regisseurinnen unserer Zeit zusammen. Ein energiegeladener, wilder Trip durch das revolutionäre Filmschaffen von Frauen – überraschend humorvoll, provokant und herausfordernd. Außerdem den neuen Film von Christoph Hochhäusler - dieses Mal ein Thriller. Und zwei Kurzfilmprogramme!

Mit besten Empfehlungen

Ihr CinéMayence-Team




Filmbild
Mi, 4. 2. 20:00
Filmklassiker aus der Region / Filme aus RLP / Fastnacht
Die Zahl der reservierbaren Plätze ist bereits ausgebucht!
Die Fastnachtsbeichte
Spielfilm von Wilhelm (William) Dieterle, BRD 1960, 101 Min., FSK: ab 16
Darsteller: Christian Wolff, Götz George (Bild), Hans Soehnker, Bertha Drews, Ernst Neger, Wolfgang Völz u.a.
Nach einer Erzählung von: Carl Zuckmayer
In Kooperation mit Stadthistorisches Museum Mainz
aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Am Fastnachtssamstag des Jahres 1913 kommt ein junger Mann in den Mainzer Dom, um zu beichten. Doch ehe er wirklich beginnen kann, sackt er im Beichtstuhl zusammen - ein Messer im Rücken.
Zur gleichen Zeit bereitet sich Adelbert Panezza voller Elan auf die "närrische Zeit" vor. Panezza ist zwar schon fünfzig, doch durch seinen Posten als Fastnachtsprinz spürt er, nicht zuletzt wegen der jungen, hübschen Prinzessin an seiner Seite, noch einmal einen Hauch von Jugend. Seine Kinder Jeanmarie und Bettine beobachten sein Treiben wohlwollend, aber spöttisch.
In diesem Trubel taucht unverhofft Viola Toralto, ein hübsches Mädchen aus dem italienischen Zweig der Familie, auf. Jeanmarie verliebt sich in sie, muß aber feststellen, daß sie ein Armband besitzt, daß ähnliche Insignien trägt wie die Tatwaffe in dem aufsehenerregenden Mordfall. Nur Panezza scheint ein wenig Licht in die mysteriöse Affäre bringen zu können, denn es stellt sich heraus, daß der Ermordete sein unehelicher Sohn war.
Dessen Bruder (Götz George) wird unterdessen tatverdächtig ... Aufgelöst wird der mysteriöse Fall schließlich durch eine (Fastnachts-)Beichte an Aschermittwoch.

Hintergrund Filmbild
Die Verfilmung von Carl Zuckmayers Geschichte über Sein und Schein in der bürgerlichen Gesellschaft mit moralkritischen Tönen wurde im UFA-Atelier in Berlin – die Außenaufnahmen im Rheingau (in Eltville, Hallgarten und Oestrich-Winkel) und in Mainz am Fischtor sowie im und am Dom gedreht. Für den Film wurde der Rosenmontagszug, neben zusätzlichen dokumentarischen Aufnahmen unter Mitwirkung des Mainzer Carneval Vereins teilweise nachgestellt. Aktive Fastnachter wie Ernst Neger erhielten Gastauftritte. Neben damaligen und zukünftigen Filmstars wirkten viele Mainzer als Statisten mit.

»Die Fastnachtsbeichte von 1960 ist der letzte große Film von Wilhelm 'William' Dieterle, der aus dem amerikanischen Exil in die Bundesrepublik zurückgekehrt war. Er adaptierte eine Erzählung von Carl Zuckmayer, gerade 1959 erschienen. Beide Emigranten beschwören noch einmal ihre Heimat, aber in einem bitteren Ton. Zuckmayer ist 1896 in einem kleinen Ort bei Mainz geboren (Nackenheim, Red.), Dieterle 1893 im nahe gelegenen Ludwigshafen« (Wilhelm Roth, filmdienst).

Verleihseite: https://www.murnau-stiftung.de/movie/196
Seite des Films auf filmportal.de mit dem Filmanfang (Video): https://www.filmportal.de/video/die-fastnachtsbeichte-1960
Foto: Szenenbild, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Weitere Informationen: Artikel von Günter Minas (Vorsitzender des Förderkreis CinéMayence e.V.) Carl Zuckmayer: Die Fastnachtsbeichte – eine Erzählung und ihre Verfilmung
Dreharbeiten zum Film - SWR-Abendschau vom 31.03.1960



Filmbild
Do, 5. bis Mi, 11.2. 20:00
Tragikomische Familiensaga / Film français
Mit Liebe und Chansons (Ma mère, Dieu, et Sylvie Vartan)
Spielfilm von Ken Scott, F 2025, OmU; 104 Min., FSK: 0
Songs: Sylvie Vartan
1963 wird ein jüdisches Emigrantenkind in Paris mit einer Fußmissbildung geboren, was seine Mutter aber nicht akzeptieren will. Mit unerschöpflicher Energie setzt sie alle Hebel in Bewegung, um ihn von seiner Einschränkung zu befreien und hört damit auch nicht auf, als der Junge längst erwachsen ist. Eine warmherzige Tragikomödie nach der Autobiografie des französischen Anwalts Roland Perez, die mühelos vom Komischen ins Melodramatische wechselt und ein Hohelied auf die Mutterliebe anstimmt.
Die episodisch entfaltete Familiensaga umfasst ein halbes Jahrhundert und wird vor allem von ihrer temperamentvollen Hauptdarstellerin als unwiderstehlicher Übermutter getragen.

Pressestimmen
»MIT LIEBE UND CHANSONS ist ein französischer Wohlfühlfilm par excellence.« (Münchner Merkur)
»Doch auch wenn die Tragik dieser Mutter-Sohn-Beziehung, die sich über einen Zeitraum von bald 50 Jahren erstreckt, immer deutlicher wird, bleibt dankenswerterweise der Humor erhalten, und zwar in seiner liebenswürdigsten Form.« (Programmkino.de)



Filmbild
Fr, 20.2. 20:00
Psychoanalytiker stellen Filme vor
Die Zahl der reservierbaren Plätze ist bereits ausgebucht!
Morgen ist auch noch ein Tag
Spielfilm von Paola Cortellesi, I 2023, DF, 119 Min., FSK: ab 12
Mainzer Psychoanalytisches Institut; Referentin: Dr. Ulrike Bastian
Eintritt: 7,50 € (ermäßigt 5,50 €)
Der in Deutschland eher unbekannte Film, in dem Paola Cortellesi Regie führt, die Hauptrolle spielt und das Drehbuch schrieb, ist in Italien einer der 10 meist gesehenen Filme aller Zeiten. Er schildert die Situation der weitgehend rechtlosen (Ehe-)frauen in der patriarchalen italienischen Gesellschaft im Jahr 1946, ist aber hochaktuell. Es geht um Macht und Gewalt in Partnerschaft und Familie und wie diese Strukturen von Generation zu Generation übertragen werden.
Wir sehen in der kleinsten gesellschaftlichen Einheit, der Familie, welche seelischen Mechanismen die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen aufrecht halten. Die Hauptfigur Delia fügt sich lange ihrem tyrannischen Ehemann, bis der fast erwachsenen Tochter ein ähnliches Schicksal droht wie ihr selbst... Der Film behandelt das ernste Thema zum Teil mit tänzerischer Leichtigkeit und führt zu einem überraschenden Ende.



Filmbild
Sa, 21. bis Mi, 25. 2. 20:00
Das Geheimnis von Velázquez (L'Énigme Velázquez)
Dokumentarfilm von Stéphane Sorlat, F 2025, OmU, 91 Min.
Édouard Manet pries ihn als „Maler aller Maler“, Salvador Dalí nannte ihn den „Ruhm Spaniens“ und Pablo Picasso widmete seinem „großen Idol“ eine eigene Gemäldereihe – aber wer war Diego Velázquez (1599-1660) wirklich? Mit „Die Hoffräulein“ schuf der Hofmaler des spanischen Königs eines der einflussreichsten Gemälde aller Zeiten, malte Porträts der royalen Familie, des Papstes, aber auch des einfachen Volkes und hinterließ ein über 200 Gemälde umfassendes Lebenswerk. Trotz dieser Prominenz bleibt Vieles um Velázquez bis heute nebulös. Woher stammt seine unerreichte Beherrschung von Licht und Schatten, die seinen barocken Porträts subtile Töne und eine lebendige Atmosphäre gibt, und die erst ein Jahrhundert später im Impressionismus salonfähig wurde? Wie verlieh er seinen Porträts diesen beispiellosen Realismus?

DAS GEHEIMNIS VON VELÁZQUEZ spürt den Echos eines genialen Malers nach, die in unzähligen Werken weltberühmter Künstler widerhallen und bis heute Rätsel aufgeben. Eine einzigartige Kinoreise durch 400 Jahre lebendiger Kunstgeschichte.

Regisseur Stéphane Sorlat ist auch Drehbuchautor, Produzent und Verleiher von knapp 40 französischer Filme. Er arbeitete jahrzehntelang für die staatliche Organisation Unifrance und ist Mitglied der Europäischen Filmakademie. DAS GEHEIMNIS VON VELÁZQUEZ ist nach Filmen über Hieronymus Bosch und Francisco de Goyader Abschluss seiner "Prado-Trilogie".

Filmkritik:
»Es gelingt dem Film, ein Gleich­ge­wicht zwischen Zugäng­lich­keit und Anspruch zu finden. Das ist keine geringe Leistung.« (arteschock)
»(...) eine Hommage an das Sehen, das Denken und das Staunen und damit nicht nur ein Film für Kunstfans, sondern für alle Menschen, die in der Kunst nicht nach Antworten suchen, sondern nach Begegnungen mit dem Unbekannten« (programmkino.de)
»(...) sehr detailliert und informativ, reicht er nicht über die dokumentarischen Konventionen von Künstlerporträts hinaus. Er macht große Lust auf eine Kunstreise zum Prado nach Madrid, um dem Geheimnis von Velázquez persönlich auf die Spur zu kommen.« (Filmdienst)




Filmbild
Do, 26.2, bis Mi, 4.3. 20:00
Romantische Komödie / Spanien
Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos (Mi amiga Eva)
Spielfilm von Cesc Gay, ES/P 2025, OmU, 101 Min., FSK ab 0
Eva ist eine starke Frau, die weiß, was sie will, aber ihr Herz macht nach 25 Jahren Ehe nur noch Dienst nach Vorschrift. Das normale Leben hat ihr etwas genommen, das für sie lebenswichtig ist: das Spiel der Liebe. Bei einer Geschäftsreise nach Rom begegnet sie dem Schriftsteller Alex, in den sie sich spontan verliebt, obwohl er vergeben ist. Zurück in Barcelona gibt Eva ihr geordnetes Leben auf, steigt in die Welt der Dating-Algorithmen ein und versucht, sich im Dschungel der post-romantischen Möglichkeiten zurechtzufinden – nicht immer mit Erfolg. Zwischen poetischen Versprechungen, peinlichen Begegnungen und charmanten Katastrophen stolpert sie durch die moderne Liebeswelt – auf der Suche nach einem Gefühl, das sie längst verloren glaubte. Und gibt es nicht mittlerweile auch einfach eine Medizin für die große Liebe? Plötzlich taucht Alex wieder auf der Bildfläche auf und Eva muss sich die Frage aller Fragen stellen: gibt es sie vielleicht doch, die große Liebe?

EIN LEBEN OHNE LIEBE IST MÖGLICH, ABER SINNLOS ist eine kluge, leichtfüßige und berührende romantische Komödie über die Angst vor der Veränderung und das Glück und den Schmerz, den es bedeutet, sie zu wagen. Spanisches Herz-Kino mit großem Feingefühl, wie man es lange nicht gesehen hat.

Filmkritik:
»(...) eine leicht dahinperlende Charmeoffensive, herzerwärmend wie ein lauer Abend in einem spanischen Straßenrestaurant. Inklusive einer gewissen Tiefgründigkeit im Nachgang, aber garantiert ohne Kater am nächsten Morgen.« (Kino-Zeit)



Filmbild
Do, 5. - Di.10.3. 20:00
Film français
Bon Voyage – Bis hierhin und noch weiter (On ira)
Spielfilm von Enya Baroux, F 2025, 97 Min., FSK ab 12
Eine schwerkranke französische Seniorin lässt sich zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Enkelin von einem Altenpfleger in die Schweiz kutschieren, wo sie sich für einen assistierten Suizid angemeldet hat. Da sie diesen Entschluss bislang aber ihren Angehörigen verschwiegen hat, entstehen unterwegs Missverständnisse und Komplikationen. Dennoch genießt die Seniorin die Reise, und auch die anderen kommen einander näher. Eine mit viel Fingerspitzengefühl inszenierte Tragikomödie, die souverän Tragik und Humor, Ernst und Heiterkeit ausbalanciert.

Filmkritik:
»Der schwungvolle Film besticht vor allem durch die schauspielerischen Leistungen, allen voran der betagten Hauptdarstellerin (... Regisseurin ...) Baroux beweist viel Mut zu Situationskomik und humoristischen Einlagen. Andererseits behandelt sie die existentielle Fragestellung mit großem Respekt, ohne in Sentimentalitäten oder überzogene Melodramatik abzudriften. Inmitten sonnendurchfluteter Bilder des Sommers gelingt ihr eine überraschend souveräne Balance zwischen Tragik und Humor, Ernst und Heiterkeit.« (filmdienst).



Filmbild
Mi, 11.3. 19:30
Film français / Kurzfilmabend
Courts ici – Courts là!
3 Kurzfilme aus Burgund-Franche-Comté, OmenglU
Im Anschluss Gespräch mit den Regisseurinnen Apolline Andreys und Katia Crivellari
In Kooperation mit dem Haus Burgund
Der Abend steht im Zeichen der Woche des 8. März und damit des Internationalen Frauentags stehen. Dies spiegeln sowohl die Auswahl der Filme als auch die Tatsache, dass es sich ausschließlich um Werke von Regisseurinnen (aus dem Burgund) handelt.

LADY ATTILA von Apolline Andreys
Agathe liebt Traktoren… und Rockmusik! Sie arbeitet in der familieneigenen Landmaschinenwerkstatt. Als sie von einem bevorstehenden Luftgitarren-Wettbewerb“-Wettbewerb erfährt, beschließt sie, sich anzumelden. Ihr Bruder ist damit allerdings gar nicht einverstanden. ©Tripode Productions

NANA von Katia Crivellari
Armando, ein stolzer und sturer Großvater, kann nicht akzeptieren, dass seine kranke Frau und er zunehmend auf Unterstützung angewiesen sind. Er muss lernen, sich auf die Hilfe seines Sohnes und seiner Enkelin einzulassen, trotz der familiären Spannungen. ©Wombat Films

SOLEIL GRIS von Camille Monnier
Bei extremer Hitze hütet Charlie ein Motel mit ihrer faulen Cousine Jess. Die Teenager zanken ununterbrochen. Im Radio prophezeit ein Experte den Weltuntergang. Plötzlich bricht die ökologische Apokalypse herein.



Filmbild Do, 12. – Mi, 18.3. 20:00
Film noir
Der Tod wird kommen (La Mort viendra)
Gangsterfilm von Christoph Hochhäusler, D/B/Lux 2024, frzOmU, 101 Min., FSK: ab 12
In der Tradition von Jean-Pierre Melville erzählt der Film die Geschichte der Auftragsmörderin Tez, die im Auftrag des berüchtigten Gangsters Charles Mahr einen riskanten Racheplan umsetzt – bis sie selbst zur Gejagten wird.

Tez ist Auftragskillerin, doch dieser Job fordert mehr als nur ihre tödliche Präzision. Als Charles Mahr, ein legendärer Gangster, sie engagiert, den Mord an einem seiner Kuriere zu rächen, gerät Tez in ein Netz aus Verrat und Machtspielen. Sie verfolgt eine Spur, die zu einem Komplott zwischen Mahrs ehrgeizigem Rivalen De Boer und seinem engen Vertrauten Zinedine führt. Doch der Auftrag nimmt eine unerwartete Wendung, und Tez muss entscheiden, für wen sie am Ende wirklich arbeitet.

Filmkritik:
»Nach seinem Arthouse-Thriller „Bis ans Ende der Nacht“, der bei der Berlinale 2023 Premiere feierte, folgt nun bereits ein weiterer Genrefilm von Christoph Hochhäusler. „Der Tod wird kommen“ oder auch „La mort viendra“ ist der erste französischsprachige Film des deutschen Regisseurs und Autors der Berliner Schule.« (Sarah Stutte, kino-zeit)




Filmbild Do, 19. bis Di, 24.3. 20:00
Literaturverfilmung / Mitgefühl und Sehnsucht
Ungeduld des Herzens
Spielfilm von Lauro Cress, D 2025, 108 Min. FSK ab 12
Nach dem gleichnamigen Roman von Stefan Zweig
Ein Bowlingabend, ein Missverständnis – und ein Moment, der zwei Leben verändert. Der junge Bundeswehrsoldat Isaac will der Schwester imponieren, als er die mürrische Edith zum Spielen auffordert. Erst als sie schlaff zu Boden sinkt, erkennt er den Rollstuhl an der Seite. Von Scham getrieben sucht Isaac die Nähe der Frau, die er verletzt hat. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Beziehung – voller Mitgefühl, Hoffnung und wachsender Abhängigkeit. Doch je stärker Isaac versucht, Edith „zu heilen“, desto tiefer verstricken sich beide in ein Geflecht aus Schuld, Selbsttäuschung und Sehnsucht.

Was als Geste des Mitgefühls beginnt, wird zur gefährlichen Versuchung, sich als Retter zu fühlen. In Ungeduld des Herzens verlegt Regisseur Lauro Cress Stefan Zweigs zeitlose Geschichte von Mitleid und moralischer Überforderung in die Gegenwart – ein intensives Psychodrama über die Sehnsucht nach Nähe, die Grenzen von Empathie und die Unmöglichkeit, für andere zu leben. Ausgezeichnet beim Max Ophüls Preis 2025 (Bester Spielfilm, Bester Schauspielnachwuchs), ist der Film ein herausragendes Beispiel für das neue deutsche Autorenkino – kraftvoll, berührend und von großer emotionaler Klarheit.




Filmbild Mi, 25.3. 20:00
goShorts 2025 - goEast Filmfestival
Revenge of the Babushka
7 Kurzfilme, POL, KOS, RUS, GEO, CZE, HRV, 103 Min, OmenglU
"goShorts" (bisher "RheinMain Kurzfilmpreis"") ist jedes Jahr ein goEast Highlight. Beim vergangenen Festival drehte sich im Kurzfilmwettbewerb alles um die mittel- und osteuropäische Großmutter oder Babuschka. Diese ist weit mehr als nur ein Familienmitglied. In vielen Märchen ist sie die verborgene Heldin - eine Kraft, mit der man rechnen muss. Die Kurzfilme verhandeln die Erfahrungen und Geschichten, aber auch die Kraft alternder Frauen.


Filmbild Do, 26.3. bis Mi, 1.4. 20:00
Frauenpower
No Mercy
Dokumentarfilm von Isa Willinger, D/A 2025, 105 Min. FSK ab 16
„No Mercy“ ist eine radikale Bestandsaufnahme des Filmschaffens von Frauen. Regisseurin Isa Willinger bringt einige der bedeutendsten Regisseurinnen unserer Zeit zusammen: Mit Céline Sciamma, Alice Diop, Joey Soloway, Nina Menkes, Valie Export, Catherine Breillat und Virginie Despentes treten erstmals wegweisende Filmemacherinnen in einen gemeinsamen, intimen Dialog – über ihre Kunst, ihre Wut, ihre Verletzlichkeit und die Bilder, die unsere Welt prägen.

Inspiriert von einer Beobachtung der ukrainischen Regisseurin Kira Muratova, dass Frauen in Wahrheit die härteren Filme machen, sprechen sie über Sex und Gewalt, über Demütigung und Rache, über Trauma und Lust, Zärtlichkeit und Poetik und den viel diskutierten female gaze.

Ein energiegeladener, wilder Trip durch das revolutionäre Filmschaffen von Frauen – direkt, sinnlich, unbequem und voller Kraft. Selten zuvor hat man Regisseurinnen auf der Leinwand so offen und nah erlebt. „No Mercy“ ist schonungslos ehrlich, überraschend humorvoll, provokant und herausfordernd.

Isa Willinger studierte Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie Kulturwissenschaften und Soziologie in Berlin, Prag und New York. Sie ist eine preisgekrönte Dokumentarfilm-Regisseurin. Ihr Dokumentarfilm "Hi AI – Liebesgeschichten aus der Zukunft" gewann den Max-Ophüls-Preis. 2020 erhielt Isa den, in Mainz organisierten, SISTAR-Filmpreis für herausragende Regisseurinnen. Ihr Nachfolgefilm "Plastic Fantastic" (2024 im CinéMayence) gewann u.a. den Deutschen Dokumentarfilmpreis.

REGIE-STATEMENT
»Filme zu machen, heißt auch das Schweigen zu brechen. Während ich an No Mercy gearbeitet habe, habe ich verstanden: All das, worauf die #MeToo-Bewegung in den vergangenen Jahren aufmerksam gemacht hat, greifen Regisseurinnen seit jeher in ihren Werken auf. In No Mercy erleben wir Filmemacherinnen*, die kraftvoll ihre Stimme erheben und in ihren Werken zurückschlagen.« (Isa Willinger)

FILMKRITIK
»No Mercy wirkt wie ein notwendiger Impuls in einer Debatte, die immer noch nicht ausreichend in die Gänge gekommen ist, und schafft es dabei zugleich Schaulust nicht als bloßes Nebenher zu bedienen, sondern stets lustvoll mit seiner Fragestellung zu vermitteln – und dabei an die Existenz eines anderen Kinos zu erinnern.«(Simon Stockinger,kino-zeit.de)





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Online Tipp || Filmgeschichte: Animationsfilmklassiker aus der Mainzer Partnerstadt Zagreb jetzt online

Das 1956 gegründete Zagreb Film Studio produzierte bis in die 70er Jahre bahnbrechende Animationsfilme, die sich als satirisch, parodistisch und politisch verstanden.
Das Studio hat mehr als 700 kurze Animationsfilme produziert, für das es annähernd 400 Auszeichnungen erhielt. Seine Blütezeit hatte das Studio in den 70er Jahre. Seitdem sind die Filme schwer zu finden und kaum zu sehen. Das ändert sich jetzt!


Online Tipp || Filmfriend-Bibliothek der Öffentlichen Bücherei Mainz

Die Anna Seghers Bücherei ist dem Video-on-Demand-Netzwerk filmfriend angeschlossen! Mit dem Bibliotheksausweis kann man kostenlos aus mehr als 3.500 Titeln z.T. preisgekrönte Filme und Serien auswählen – mit Suchfunktionen und sorgsam kuratierten Themen-Kollektionen.



Aktueller Bericht || Diskussion um Reform der deutschen Filmförderung
Seit Monaten wird eine Reform der deutschen Filmförderung diskutiert. Im Februar stellte Kulturstaatsministerin Clauda Roth ihre Schwerpunkte der Reform vor: ein Steueranreizmodell, Investitionsverpflichtungen und ein neues Filmfördergesetz (FFG). Diesen Monat hat das BKM einen Referentenentwurf für ein neues FFG zur Diskussion gestellt.


Analyse || Mythos Programmkino

»Nach dem Kinoboom der 50er Jahre machte in den 60er Jahren insbesondere die Verbreitung des Fernsehens mit Spielfilmangeboten den innerstädtischen Einzelhäusern das wirtschaftliche Überleben schwer. Die meisten Kinounternehmer reagierten mit baulichen Änderungen: sie setzten kleine Kinos, wie Schachteln, in ihre inzwischen überdimensionierten Häuser (...)
Als Reaktion auf den Wandel entstanden in den 70er Jahren aber auch alternative Kinos, die ein festes Monatsprogramm anboten und sich deshalb als Programmkino bezeichneten.(...)
Aber schon in der nächsten Kinokrise in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts – mediengeschichtlich zeitgleich mit der Einführung des Videorekorders und der TV-Fernbedienung – war der Betrieb von Programmkinos wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Der Kult um sie blieb aber bis heute ...«



Filmbild
Online Beitrag || Filmwissen: umfangreiche Beiträge zum Experimental- und Avantgardefilm auf cinemayence.online veröffentlicht

Nach fast einem Jahr Arbeit hat das CinéMayence eine umfangreiche Beitragssammlung online gestellt, in der systematisch wichtige Strömungen und ästhetische Strategien des Avantgarde- und Experimentalfilms bis zur zeitgenössischen Video- und Medienkunst dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen Filme, die auf einer Metaebene selbstreflexiv sind, also auch Aussagen über ihr Medium treffen. Insofern das Medium reflektiert und analysiert wird, sind Experimental- und Avantgarde-Filme hervorragend geeignet Filmwissen und Medienkompetenz zu vermitteln.

Filmbild Das Thema wird – einem eigenen Curriculum folgend – in drei übergeordneten Blöcken mit neun Kapiteln in Text, Bild und Video behandelt. Beispielhaft werden herausragende Filme und Medienarbeiten von filmgeschichtlich bedeutenden Pionieren bis zu renommierten zeitgenössischen KünstlerInnen auf mehr als 30 Internetseiten analysiert und interpretiert.

Filmbild Unter anderem geht es um Experimentalfilm als Metafilm (Raum und Zeit im Surrealismus, Dada, Strukturellen Film), Found-Footage-Film als Metafilm (Kompilation, Collage, Aneignung) und Medienkunst als Selbstreflexion (von Nam June Paik bis Dara Birnbaum).

Das von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur geförderte Projekt dient der Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz. Die Verbreitung und Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz ist eine Kernaufgabe Kommunaler Kinos.

Verfasser der Beiträge ist der Leiter des CinéMayence, Reinhard W. Wolf.