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Liebe Filmfreund/Innen,

im Mai zeigen wir interessante Spiel- und Dokumentarfilme, die noch nicht in Mainz zu sehen waren, zu aktuellen Themen. Ein Fokus liegt auf Filmen, die verführerische Narrative von Gemeinschaften satirisch aufs Korn nehmen. Endlich haben wir auch mal wieder einen Film in spanischer Sprache (mit Untertiteln) i Programm: UN POETA - ein heiter-satirischer Film vom kolumbianischen Regisseur Simón Mesa Soto.

Besonders aufmerksam machen, möchten wir auf folgende Veranstaltungen mit Gästen und Gesprächen: Am 7. Mai präsentiert die Europa Union e.V. mit dem Ko-Regisseur Lukas Steinbrecherden den Film SURF ON, EUROPE! vor. Am 8. Mai stellt der Dipl.Psych. Lohmeiner-Zenz den Spielfilm THE ZONE OF INTEREST vor (die Veranstaltung ist übrigens bald ausverkauft!) Außerdem kommt am 27. Mai der in der Mainzer Partnerstadt Haifa geborene Regisseur Offer Avnon und stellt seinen Film DER RHEIN FLIESST INS MITTELMEER vor.

Mit besten Empfehlungen

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Filmbild
So, 26. - Do, 30.4. 20:00
Neuer deutscher Film / häusliche Gewalt
Fassaden
Dokumentar-, Tanz-, Animationsfilm von Alina Cyranek, D 2025, 90 Min, FSK ab 12
Tanz: Gesa Volland, Damian Gmür, Animation: Aline Helmcke
In FASSADEN erzählt Sandra Hüller die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut. Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken und wie der Staat Frauen unzulänglich schützt. Was Frauen in toxischen Beziehungen erleben, welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hat und wie sie einen Ausweg und Hilfe finden, dies macht Alina Cyranek in ihrem Dokumentarfilm FASSADEN sichtbar.
In Deutschland erlebt jede dritte Frau mindestens einmal im Leben Gewalt durch ihren Partner. Die Statistiken zu häuslicher Gewalt sind zwar bekannt, doch das Thema ist weithin tabu. Neben Scham und Angst der Opfer spielen manipulative Methoden der Täter eine Rolle, aber auch gesellschaftliche Strukturen, die Aufklärung und Hilfe verhindern. Der Dokumentarfilm greift vier Geschichten auf und lässt diese aus dem Off vortragen und ohne klare Abgrenzung ineinander übergehen, wodurch Muster erkennbar werden. Hinzu kommen die Aussagen von Menschen, die als Polizisten, Ärzte, Sozialarbeiter, Psychologen oder Anwälte beruflich mit den Taten konfrontiert sind.

Statement der Regisseurin
»Tanz wird als nonverbale Darstellungs- und Ausdrucksform genutzt, um innere Gefühlszustände oder Paardynamiken zu beschreiben. In der Inszenierung des Körpers und seiner Bewegung haben ich die besten Möglichkeiten gesehen, die eigenen physischen Grenzen, Energien, Gefühle, Gedanken, Vorstellungen und Erinnerungen auszuloten, die ohne Worte in Bewegung „versetzt“ werden konnten. Die damit verbundene Haptik, das Physische, war mir in darüber hinaus für den gesamten Film wichtig: Die Animation entstand unter dem Tricktisch mit Papierstills, die Musik wurde mit verschiedenen Klangkörpern eingespielt, das Sounddesign besteht aus Geräuschen von haptischen Materialien, die Grafiken sind handgeschrieben.« »In FASSADEN erzählt Sandra Hüller die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut. Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken und wie der Staat Frauen unzulänglich schützt.«

Filmkritik:
»An keiner Stelle wird es laut, in keinem Bild wird Gewalt inszeniert oder werden Verletzungen in drastischer Weise vorgeführt. Die nüchterne Kälte des Tons lässt die Erläuterungen umso stärker wirken. [...] Man erfährt viel, was man so genau vielleicht nie wissen wollte. Cyranek ist ein ungeheuer eindrücklicher, informativer und damit wichtiger Film gelungen.« (Barbara Schweizerhof, epd film)



Filmbild
Fr, 1. bis Mi, 6. Mai 20:00
Film français / Satire
Die reichste Frau der Welt
Spielfilm von Thierry Klifa mit Isabelle Huppert, F/BEL 2025, 123 Min., OmU, FSK ab 12
Die reichste Frau der Welt: Voller Schönheit, Intelligenz und grenzenloser Macht. Sie begegnet einem Fotografen voll unverschämtem Ehrgeiz und angetrieben von einem Wahnsinn, der auch Genie sein könnte. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Mit kreativer Boshaftigkeit nistet er sich ein – in den altehrwürdigen Machtstrukturen dieser Familie und ihrem grenzenlosen Luxus. Doch da ist auch noch eine Tochter, die um ihr Erbe, die Familie und die Liebe ihrer Mutter kämpft. Und ein Butler, der mehr weiß als er sagt. Über Familiengeheimnisse und fragwürdige Spenden in astronomischen Höhen. Es beginnt ein Krieg, dem alle Mittel recht sind.

Ein komisches Drama, das in seinen Abgründen an Shakespeare erinnert mit einer brillanten Isabelle Huppert in der Titelrolle ist eine so grandiose wie doppelbödige Satire über die Macht des Geldes und den verführerischen Glauben an eine Familie, die ihr widerstehen könnte.

Ein energiegeladener, wilder Trip durch das revolutionäre Filmschaffen von Frauen – direkt, sinnlich, unbequem und voller Kraft. Selten zuvor hat man Regisseurinnen auf der Leinwand so offen und nah erlebt. „No Mercy“ ist schonungslos ehrlich, überraschend humorvoll, provokant und herausfordernd.

Isa Willinger studierte Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie Kulturwissenschaften und Soziologie in Berlin, Prag und New York. Sie ist eine preisgekrönte Dokumentarfilm-Regisseurin. Ihr Dokumentarfilm "Hi AI – Liebesgeschichten aus der Zukunft" gewann den Max-Ophüls-Preis. 2020 erhielt Isa den, in Mainz organisierten, SISTAR-Filmpreis für herausragende Regisseurinnen. Ihr Nachfolgefilm "Plastic Fantastic" (2024 im CinéMayence) gewann u.a. den Deutschen Dokumentarfilmpreis.

»Filme zu machen, heißt auch das Schweigen zu brechen. Während ich an No Mercy gearbeitet habe, habe ich verstanden: All das, worauf die #MeToo-Bewegung in den vergangenen Jahren aufmerksam gemacht hat, greifen Regisseurinnen seit jeher in ihren Werken auf. In No Mercy erleben wir Filmemacherinnen*, die kraftvoll ihre Stimme erheben und in ihren Werken zurückschlagen.« (Isa Willinger)
Verleihseite und Trailer: https://www.neuevisionen.de/de/filme/die-reichste-frau-der-welt-176/filminfo#mt



Filmbild
Do,7.5. 20:00
Europa / Film und Gespräch
Surf on, Europe!
Dokumentarfilm von Constantin Gross & Lukas Steinbrecher, DE 2024, 92 Min., OmU In Kooperation mit der Europa Union e.V. Ko-Regisseur Lukas Steinbrecher ist zu einem Gespräch nach dem Film anwesend. Eintritt frei!
Der Dokumentarfilm begleitet drei Surfbegeisterte beim Wellenreiten – vor traumhafter Kulisse an den Küsten Westeuropas und schildert, wie sie sich sozialen und politischen Herausforderungen stellen. Rosy lebt in Derry (Nordirland) und fährt zum Surfen über die nahe Grenze in die Republik Irland. Als Jugendlicher hatte ihn nur seine Leidenschaft für das Surfen davor bewahrt, in die Gewalt des Nordirlandkonflikts verwickelt zu werden. Jetzt möchte er sein Geld mit dem Bau von Surfbrettern verdienen. Doch das ist nicht einfach – er hadert mit der durch den Brexit verursachten wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit.

In Biarritz (Frankreich) treffen sich Margaux und ihre Freundinnen, um Europas erstes LGBTQ-freundliches Surffestival zu organisieren. „Das Meer diskriminiert niemanden“, sagen sie und wollen den Stereotypen der kommerziellen Surfszene etwas entgegensetzen.

In über 4 Jahren Produktionszeit ist ein Film entstanden, der die Grenzen zwischen Surf-Film und sozialkritischem Dokumentarfilm verwischt und ästhetische Bildwelten mit rohen, dokumentarischen Einblicken in das Leben der Protagonisten kombiniert.




Filmbild Fr, 8.5. 17:30
Psychoanalytiker stellen Filme vor
The Zone of Interest
Spielfilm von Jonathan Glazer, USA/UK/PL 2023, 104 Min., DF
Referent: Dipl.Psych. Lohmeiner-Zenz
In Kooperation mit dem Mainzer Psychoanalytischen Institut

»The Zone of Interest („Das Interessengebiet") ist ein mehrfach ausgezeichneter Spielfilm des britischen Regisseurs Jonathan Glazer aus dem Jahr 2023, mit Sandra Hüller und Christian Friedel in den Hauptrollen. Im Mittelpunkt des Films steht der idyllische Alltag des Familienlebens von Rudolf Höß, dem Kommandanten des Konzentrationslagers Ausschwitz, in den Jahren 1940 – 1943, der in unmittelbarer Nachbarschaft des KZ stattfindet – ganz im Sinne von Hannah Arendts „Banalität des Bösen“.

Nach eigener Aussage interessierte sich Glazer nicht für die Geschichte von Opfern und Tätern, sondern vielmehr für die unbeteiligten Zuschauer, die die Gräueltaten beobachten oder besser: akustisch miterleben. Die Sprache der schönen Bilder steht in einem krassen Gegensatz zur Botschaft des bedrohlichen Klangs der Musik und der Geräusche. Die Idylle dient der Abwehr des Grauens!« (Dipl.Psych. Lohmeiner-Zenz)

Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Glazer ließ sich für den Film von dem gleichnamigen Buch des Autoren Martin Amis inspirieren.




Filmbild
Sa, 9. bis Mi, 13.5. 20:00
CineLatino / Tragikomödie / Satire / Preisträger
Un Poeta
Spielfilm von Simón Mesa Soto, KOL/D/SWE 2025, 123 Min., spanOmU, FSK ab 16
Óscar ist von der Poesie besessen Da sich seine Gedichtsammlungen nicht verkauft haben, wohnt er noch bei seiner Mutter in Medellin. Seine Schwester drängt ihn einen Lehrerjob anzunehmen. In der Schule wird er auf das lyrische Talent der Teenagerin Yurlady aufmerksam, die Notizbuch um Notizbuch mit Gedichten vollschreibt. Óscar übernimmt für sie die Rolle des Mentors und ist bereit, alles zu tun, um ihre Karriere voran zu bringen. Darin sieht er die eigene Chance auf Erlösung. Doch sein Plan, sie beim Poesiefestival vorzustellen, droht zum nächsten Fehltritt zu werden.
Dass Yurladys Träume jedoch möglicherweise völlig andere sind als die, die ihr so makelbehafteter Lehrer ihr anzubieten hat, und mehr mit Nagelstudios als mit Literaturhäusern zu tun haben, vermag Óscar nicht zu erkennen. Und somit läuft alles auf eine unvermeidliche Eskalation hinaus . . . Tolpatschig gerät er von einem Mißgeschick ins nächste ...

Filmkritik:
Filmkritik »Wo dennoch der leichte, eher lustige als heitere Ton in Regisseur und Autor Simón Mesa Sotos zweitem Langfilm herkommt, lässt sich gar nicht so leicht sagen. Manches rührt von Óscars absurdem Scheitern am Leben her, seiner angestrengten Hilflosigkeit, anderes von den mockumentaryartigen Zooms in die wunderhübschen 16-mm-Bilder, vieles von den schmerzhaft realistischen Nebenfiguren an Familien und Dichtergenossen.«

Pressestimmen “Hilariously absurdist” - Variety
“Immensely appealing” – IndieWire
“Satirical cinema at its finest” – Film Fest report

Festivals / Auszeichnungen:
Cannes Film Festival Jurypreis
Santiago Internationales Film Festival Bester Spielfilm, Beste Regie
San Sebastian Internationales Film Festival – Horizontes Award
Antalya Golden Orange Film Festival – Bester Film, Bester Schauspieler
Nominierung bester internationaler Film für die Oscars 2026
Verleihseite und Trailer: https://jip-film.de/un-poeta/



Filmbild
Do, 14. – Mi. 20.5. 20:00
Maler des Glücks
Die Bonnards - Malen und Lieben (Bonnard, Pierre et Marthe)
Spielfilm von Martin Provost mit Cécile de France, F/B 2023, OmU, 122 Min., FSK ab 12
Als der bekannte Maler Pierre Bonnard die selbsternannte Adelige Marthe de Méligny kennenlernt, weiß er noch nicht, dass diese Frau das Zentrum seines zukünftigen Werkes sein wird. Auf über 140 Bildern und 700 Zeichnungen wird sie angezogen oder nackt, als Akt, die Muse seines Lebens. Doch diese Muse will sich auch als Künstlerin bestätigt fühlen und ihr Leben birgt viele Geheimnisse, die für Pierre ein Wechselbad der Gefühle bieten. Und die Frage aufwirft, wer hier eigentlich wessen Inspiration ist?

Nach „Séraphine“ und „Violette“ beweist Martin Provost erneut seine Liebe zu unterschätzten Künstlerinnen. In DIE BONNARDS – MALEN UND LIEBEN konzentriert er sich auf den Maler Pierre Bonnard und seine Muse, Gefährtin und Vertraute Marthe und zeichnet mit großer Sinnlichkeit eine Geschichte von Liebe und Verlangen, von Eifersucht und Verrat.

Filmkritik
»Die Sinnlichkeit des Augenblicks, das Spiel von Licht und Schatten, die Spiegelungen von Himmel und Wasser: Erfreulich oft gelingt es diesem Film, die Entstehung von Kunst erfahrbar zu machen. Wenn Bonnard, der »Maler des Glücks«, Marthe leitmotivisch in leuchtenden Farben in der Badewanne porträtiert, ist das, auf der bildnerischen wie filmischen Leinwand, berückend.« (Birgit Roschy, epd-film.de)



Filmbild
Do, 21. - Di, 26.5. außer 24. Pfingstsonntag20:00
Palästinenser / Thriller
To a Land Unknown
Spielfilm von Mahdi Fleifel, Palästina u.v.a Länder 2024, OmU, 105 Min.
Der dänisch-palästinensische Filmemacher Mahdi Fleifel erzählt schonungslos von der Not zweier Cousins, die aus ihrer palästinensischen Heimat geflohen sind und nun in einem Armenviertel in Athen leben.

Die Cousins Reda und Chatila ringen täglich mit der gleichen Notlage wie hunderttausend andere PalästinenserInnen – dem Leben als Geflüchtete. Verbunden durch Liebe und Freundschaft, aber auch die Last der Verzweiflung, die sie über Zeit und Ort hinweg verfolgt, kämpfen sie darum, ihrem Elend zu entkommen und eine bessere Zukunft für sich selbst und ihre Lieben, die sie zurückgelassen haben, zu sichern.

To a Land Unknown ist eine einfühlsame, bewegende und fesselnde Auseinandersetzung mit der Situation der Palästinenser:innen und damit, was es bedeutet, ein:e staatenlose:r Geflüchtete:r in einer von rassistischen Vorurteilen und sozialen Ungleichheiten geprägten Welt zu sein.

Pressestimmen
Drehbuchautor Fyzal Boulifa spinnt einen dokumentarischen Ansatz in wunderschönen 16mm-Kamerabildern als Fiktion mit Merkmalen des Genrekino weiter.

»„To a Land Unknown“ beginnt als melancholisches Straßendrama, doch dann biegt die Geschichte Richtung Thriller ab.« (Christian Horn, filmdienst) »Das Ensemble gibt dem Film Kraft und Energie. Bakri, ein Schauspielprofi, und Sabbah, ein Naturtalent, verkörpern intensiv, mit fast schon dokumentarischer Wahrhaftigkeit Menschen, denen das Leben nichts geschenkt hat und die sich ein Stück vom Glück rauben wollen« Dietmar Kanthak, epdFilm)
Festivals / Auszeichnungen:
Der Film feierte seine Premiere 2024 bei den Filmfestspielen von Cannes und gewann den Publikumspreis beim Internationalen Filmfestival Thessaloniki.
Filmseite des dt. Verleihs und Trailer: https://www.realfictionfilme.de/to-a-land-unknown.html




Filmbild
Mi, 27.5. 20:00
Israel / Kollektive Gefühle / Film und Gespräch
Der Rhein fließt ins Mittelmeer
Dokumentarfilm von Offer Avnon, IL 2021, 95 Min., OmU
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Der Regisseur ist zu einem Gespräch nach dem Film anwesend.
Eine Suche nach den Spuren und der Gegenwart der Shoah in unserer heutigen Gesellschaft und in unserem Bewusstsein.

Als Sohn eines Holocaust-Überlebenden und als Mensch, der sich entschied, nach Deutschland zu emigrieren, sucht Regisseur Offer Avnon nach den Auswirkungen des Holocausts.

Das Thema, so persönlich und gefühlsgeladen es auch ist, enthält dennoch eine signifikante politischen Bedeutsamkeit, die ersichtlich wird, wenn der Film fortschreitet, die Landschaft langsam von Deutschland nach Polen wechselt und sich Avnons Heimatstadt Haifa nähert, in der jüdische und arabische Menschen Seite an Seite leben.





Filmbild
Do, 28.5. Di, 2.6.(außer Sa 30.5.) 20:00
Zusammenhalt und Gemeinschaft / Satire / Queerness
Sehnsucht in Sangerhausen
Spielfilm von Julian Radlmaier, D 2025, 90 Min, FSK ab 6
Ein Beitrag zu den queeren Lesennächten
Zwei Frauen begegnen sich in Sangerhausen: Ursula, eine Kellnerin mit gebrochenem Herzen und Neda, eine iranische YouTuberin mit gebrochenem Arm. An einem Sommerabend verliebt sich Ursula in eine geheimnisvolle Musikerin aus der Großstadt, während Neda überzeugt ist, in einer ebenso rätselhaften Straßenkehrerin eine alte Freundin aus Teheran wiedererkannt zu haben. Die verschlungenen Wege des Zufalls führen die beiden Frauen zu einer Geisterjagd in den Bergen zusammen…
»Kann romantische Sehnsucht einen Ausweg aus dem tristen Alltag bieten? In seiner Komödie verbindet Radlmaier sehr lakonisch seine stets gegenwärtige Kapitalismuskritik mit Ikonen der deut­schen Romantik: der Blauen Blume des Dichters Novalis sowie dem Kyffhäuser mit seiner Barbarossa-Legende. Der Geist, der den Protagonistinnen Ursula und Neda stattdessen erscheint, hat allerdings einen eher pragmatischen Ratschlag parat: Hört auf zu jammern!« (Lars Penning, Viennale) »Einen leichten, verschroben humorvollen Film hat Radlmaier inszeniert« (FAZ)


Juli
Kultursommer "Die goldenen Zwanziger"





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Online Tipp || Filmgeschichte: Animationsfilmklassiker aus der Mainzer Partnerstadt Zagreb jetzt online

Das 1956 gegründete Zagreb Film Studio produzierte bis in die 70er Jahre bahnbrechende Animationsfilme, die sich als satirisch, parodistisch und politisch verstanden.
Das Studio hat mehr als 700 kurze Animationsfilme produziert, für das es annähernd 400 Auszeichnungen erhielt. Seine Blütezeit hatte das Studio in den 70er Jahre. Seitdem sind die Filme schwer zu finden und kaum zu sehen. Das ändert sich jetzt!


Online Tipp || Filmfriend-Bibliothek der Öffentlichen Bücherei Mainz

Die Anna Seghers Bücherei ist dem Video-on-Demand-Netzwerk filmfriend angeschlossen! Mit dem Bibliotheksausweis kann man kostenlos aus mehr als 3.500 Titeln z.T. preisgekrönte Filme und Serien auswählen – mit Suchfunktionen und sorgsam kuratierten Themen-Kollektionen.



Aktueller Bericht || Diskussion um Reform der deutschen Filmförderung
Seit Monaten wird eine Reform der deutschen Filmförderung diskutiert. Im Februar stellte Kulturstaatsministerin Clauda Roth ihre Schwerpunkte der Reform vor: ein Steueranreizmodell, Investitionsverpflichtungen und ein neues Filmfördergesetz (FFG). Diesen Monat hat das BKM einen Referentenentwurf für ein neues FFG zur Diskussion gestellt.


Analyse || Mythos Programmkino

»Nach dem Kinoboom der 50er Jahre machte in den 60er Jahren insbesondere die Verbreitung des Fernsehens mit Spielfilmangeboten den innerstädtischen Einzelhäusern das wirtschaftliche Überleben schwer. Die meisten Kinounternehmer reagierten mit baulichen Änderungen: sie setzten kleine Kinos, wie Schachteln, in ihre inzwischen überdimensionierten Häuser (...)
Als Reaktion auf den Wandel entstanden in den 70er Jahren aber auch alternative Kinos, die ein festes Monatsprogramm anboten und sich deshalb als Programmkino bezeichneten.(...)
Aber schon in der nächsten Kinokrise in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts – mediengeschichtlich zeitgleich mit der Einführung des Videorekorders und der TV-Fernbedienung – war der Betrieb von Programmkinos wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Der Kult um sie blieb aber bis heute ...«



Filmbild
Online Beitrag || Filmwissen: umfangreiche Beiträge zum Experimental- und Avantgardefilm auf cinemayence.online veröffentlicht

Nach fast einem Jahr Arbeit hat das CinéMayence eine umfangreiche Beitragssammlung online gestellt, in der systematisch wichtige Strömungen und ästhetische Strategien des Avantgarde- und Experimentalfilms bis zur zeitgenössischen Video- und Medienkunst dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen Filme, die auf einer Metaebene selbstreflexiv sind, also auch Aussagen über ihr Medium treffen. Insofern das Medium reflektiert und analysiert wird, sind Experimental- und Avantgarde-Filme hervorragend geeignet Filmwissen und Medienkompetenz zu vermitteln.

Filmbild Das Thema wird – einem eigenen Curriculum folgend – in drei übergeordneten Blöcken mit neun Kapiteln in Text, Bild und Video behandelt. Beispielhaft werden herausragende Filme und Medienarbeiten von filmgeschichtlich bedeutenden Pionieren bis zu renommierten zeitgenössischen KünstlerInnen auf mehr als 30 Internetseiten analysiert und interpretiert.

Filmbild Unter anderem geht es um Experimentalfilm als Metafilm (Raum und Zeit im Surrealismus, Dada, Strukturellen Film), Found-Footage-Film als Metafilm (Kompilation, Collage, Aneignung) und Medienkunst als Selbstreflexion (von Nam June Paik bis Dara Birnbaum).

Das von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur geförderte Projekt dient der Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz. Die Verbreitung und Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz ist eine Kernaufgabe Kommunaler Kinos.

Verfasser der Beiträge ist der Leiter des CinéMayence, Reinhard W. Wolf.