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1999: 5 Jahre CinéMayence - 15 Jahre Arbeitsgemeinschaft Stadtkino e.V.
2004: 10 Jahre CinéMayence - 20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Stadtkino e.V.
 

(Archiv/Stand: Oktober 2004)


Vor 20 Jahren trafen sich ein Dutzend Leute und planten ein Kommunales Kino für Mainz. Es waren Filmleute, Künstler, Literaten, Fernsehredakteure und Kinointeressierte, die in Mainz ein anspruchsvolles Kinoprogramm vermissten und deshalb die AG Stadtkino e.V. gründeten. Die meisten anderen Städte und größeren Gemeinden hatten damals bereits Kommunale Kinos eingerichtet - nur Mainz nicht! In den ersten Jahren tingelte das "Stadtkino" - immer auf der Suche nach einem festen Standort - mit Filmprogrammen durch die Stadt. Kaum ein öffentlicher Raum in Mainz, der höher als 3 Meter war, blieb unbespielt!

Ein Silberstreifen tat sich am Horizont auf als uns von der damaligen Leiterin des Institut Français, Mme Lebouc ein Saal zur Nutzung angeboten wurde. Auf französischem Terrain, auf dem Film ein selbstverständlicher Teil der öffentlich anerkannten Kultur ist, waren wir willkommen. Schritt für Schritt bauten wir den ehemaligen Theatersaal des Instituts, in ein schmuckes, kleines Kino mit Kinotechnik vom Feinsten um. Seit 10 Jahren betreibt die AG Stadtkino e.V. nun dort sein Studiokino »CinéMayence« als Provisorium für ein richtiges Kommunales Kino.

Dreimal waren wir ganz dicht dran an einem eigenen Kino, doch jedes Mal ließ uns die Stadt Mainz letztlich im Stich. Zunächst hatte 1990 der Stadtrat ein Nutzungskonzept für das Proviantamt verabschiedet, in dem die AG Stadtkino e.V. ihr Kommunales Kino einrichten sollte. Doch nach langem Hin und Her siegten andere, kommerzielle Interessen. Heute, nach der Fertigstellung des Proviant-Magazins im Jahr 2004, schmerzt diese Entscheidung immer noch. Jeder, der das Gebäude mit seiner Luxusausstattung kennt, kann im nachhinein beurteilen wie fadenscheinig die damalige formale Begründung der Ablehnung, nämlich zu teure Sicherheitsauflagen für Brandschutz und Treppengeländer, war. Ebenso schmerzt es, dass es zweimal misslang inzwischen frei gewordene Kinos mit städtischer Hilfe anzumieten und zu modernisieren. Die Optionen auf Capitol und City, das waren vertane historische Chancen!

20 Jahre nach der Gründung der AG Stadtkino e.V. ist das eigentliche Ziel also noch nicht erreicht. Zum Geburtstag stellen wir deshalb eine Liste von Wünschen auf, die wir dringend für das CinéMayence benötigen. Nach 10 Jahren ist eben auch das Provisorium schon erneuerungsbedürftig. Diese Liste zeigt auch wie hart die Situation inzwischen geworden ist, denn darunter sind auch ganz banale, eigentlich selbstverständliche Ausstattungsgegenstände, die wir uns nach mehreren Etatkürzungen nicht mehr leisten können, weil wir fast alle Mittel ins Programm stecken. Dazu gehören u.a.: ein Lagerraum, ein Büroraum, ein neuer Computer und aktuelle Software, ein Aktenschrank, Ersatzlampen für unsere Film- und Videoprojektoren und ein neuer Türvorhang in der Eingangsschleuse. Last not least ein Wunsch, der auch zu den größten, vielfach geäußerten, Wünschen unseres Publikums gehört, nämlich bequeme Kinosessel!

Trotz der vielen Rückschläge in den letzten 20 Jahren und den Handicaps des Provisoriums kann die AG Stadtkino trotzdem eine beachtliche filmkulturelle Veranstaltungsbilanz vorweisen. Das mehrfach prämierte und ausgezeichnete Programm des CinéMayence ist einmalig in Mainz und längst unverzichtbar geworden.

Zum Angebotsspektrum gehören alle Filmsparten und Gattungen - vom Spielfilm über den Dokumentarfilm zum Kurzfilm und Kunstvideo. Neben Filmklassikern und Retrospektiven stellen wir vor allem auch aktuelle internationale Filmkunst vor. Mit dem schon traditionellen Schwerpunkt Französisches Kino sind dies insbesondere europäische Produktionen. Schließlich Produktionen aus Filmländern, die im gewerblichen Kino überhaupt nicht mehr vertreten sind (z.B. aus Afrika oder dem Orient). Es ist ein Filmangebot, das die Globalisierung kulturell begleitet und ernst nimmt, und ein Programm, das bezüglich der Herkunft, Kultur und Sprache ein breites Spektrum bietet. Und, wann nur immer möglich, zeigen wir Filme in Originalfassung, denn nur so können andere Kulturen authentisch präsentiert werden.

Insbesondere in den letzten fünf Jahren haben wir im CinéMayence, über das normale Filmprogramm hinaus, auch noch eine Reihe von Filmevents als Highlights im Jahresprogramm etabliert. Hierzu gehört das Deutsch-französische Kurzfilm-Rendezvous, das dieses Jahr zum 5. Mal stattfand und europaweit die einzige Veranstaltung ist, in der nicht nur Kurzfilme aus den beiden Ländern gezeigt werden, sondern sich auch die Filmemacher persönlich treffen und ihre Filme dem Publikum der beiden Länder vorstellen. Ebenfalls zum fünften Mal fand das Mainzer Best-of-Festival statt, bei dem die Erfolge internationaler Kurzfilmfestivals und wichtiger Filmpreise des jeweils vorausgegangenen Kinojahrs dem Mainzer Publikum vorgestellt werden. Zu nennen ist auch Cinéfête - ein Festival des französischen Films für junge Leute, das die Schule ins Kino verlegt und im Mai 2005 zum fünften Mal stattfinden wird. Aber auch Einzelereignisse wie die "Lange Nacht des politischen Films" gehören inzwischen zu den fest etablierten und beliebten Höhepunkten des Mainzer Kinojahrs. Im nächsten Jahr wollen wir außerdem "f_films" - ein Rhein-Main-Festival mit Filmen von Frauen aus frankophonen Ländern - wiederbeleben und fortsetzen.

Zu den Highlights im CinéMayence gehören aber auch Kooperationsveranstaltungen und Rahmenprogramme zu anderen Ereignissen. Schon fast etabliert sind Programme zur Woche der Baukultur, Programme zu historischen Jubiläen und Ausstellungen oder zu wichtigen Aufführungen im Staatstheater.

Ganz aktuell zeigen wir im November zum Jubiläum neben wichtigen Erstaufführungen - wie etwa dem neuen Spielfilm von Woody Allen ("Anything else") oder einer Dokumentation über den amerikanischen Politiker McNamara ("Fog of War") - eine Reihe außergewöhnlicher und besonderer Filme. So wird es einen Abend mit historischen Filmen aus Mainz geben (7. Nov), eine Krimi-Filmreihe und, last not least, die Wiederaufführung von Lieblingsfilmen unseres Publikums: "El viaje" von Fernando Solanas, dem wichtigsten argentinischen Regisseur, mit der Musik von Astor Piazolla und "Être et Avoir" von Nicolas Philibert - der sensationell erfolgreiche Dokumentarfilm über eine Zwergschule.

Schließlich wollen wir das Jubiläum auch gemeinsam mit unserem Publikum, Kooperationspartnern und Förderern gebührend feiern. Deshalb zeigen wir am 4. November ausnahmsweise keinen Film, sondern laden zu einem Empfang mit anschließender Party mit den 'buegelbeatz' im Maison de France ein!


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